Brennpunkte der Logistik

Distributionsbasis
Die Pakete eines bestimmten Einzugsgebiets gelangen über die Poststellen (teilweise auch direkt) in eine der 50 Distributionsbasen und -filialen der Schweizerischen Post, in der Regel mit Last- oder Lieferwagen. Die Pakete sind mit einem Strichcode versehen, damit sie maschinell wiedererkennbar sind. Weder in den Poststellen noch in den Distributionsbasen findet eine Sortierung statt.

Paketzentrum
Die Post verfügt über drei Paketzentren: Daillens im Waadtland, Frauenfeld in der Ostschweiz und dazwischen Härkingen (zuständig auch für das Tessin). Aus den umliegenden Distributionsbasen werden die Pakete mit Lastwagen oder per Bahn in das jeweilige Paketzentrum angeliefert und dort vorsortiert.
Liegt der Zielort im Einzugsgebiet dieses Paketzentrums, werden die Pakete feinsortiert und mit Lastwagen oder per Bahn in die entsprechenden Distributionsbasen verteilt. Liegt der Zielort im Einzugsgebiet eines der beiden anderen Paketzentren, werden die Pakete in sogenannte Wechselbehälter (Container) geladen und per Bahn dorthin transportiert. Die Feinsortierung und die Verteilung an die Distributionsbasen erfolgen dann von dort aus.

Paketbote
In den Distributionsbasen beladen die Paketboten ihre Lieferwagen mit den Paketen ihres Zustellbezirks. Anschliessend verteilen sie die Pakete an die Empfänger. Ein Teil der Pakete wird an die zuständigen Poststellen weitergeleitet und von dort verteilt.

Riesige Mengen
Gut 100 Mio. Pakete befördert die Schweizerische Post pro Jahr. Pro Kopf sind das rund 14 Pakete – so viel wie in keinem anderen Land Europas. Darin eingerechnet sind sowohl die Geschäftskunden (Anteil 80 Prozent) als auch die Privatkunden (20 Prozent).

Meisterleistungen
Pro Tag verarbeiten die drei Paketzentren insgesamt durchschnittlich rund 600 000 Pakete. In den Tagen vor Weihnachten schnellt diese Zahl auf über 1 Million hoch. Die Mehrarbeit wird mit längeren Arbeitszeiten und Temporärangestellten bewältigt.

Doppelstock-Sattelschlepper
Bei den für den Pakettransport eingesetzten Lastwagen kommen statt Anhängerzügen immer mehr Doppelstock-Sattelschlepper zum Einsatz. Diese haben bei ungefähr gleichen Aussenmassen eine um 50 Prozent höhere Ladekapazität. So kann die Post die Anzahl Fahrten reduzieren. 240 000 Liter Dieselöl hat sie damit im Jahr 2008 eingespart.
Die Doppelstöcker können auf zwei Etagen beladen werden. Ein hydraulischer Hubboden sorgt für ein effizientes Be- und Entladen auch der oberen Etage. Er kann auf die Höhe der Laderampe abgesenkt werden, was den Ladevorgang beschleunigt.

 

Das Herz der Paketverarbeitung

Die drei Paketzentren in Daillens, Härkingen und Frauenfeld sind Dreh- und Angelpunkt der Paketverarbeitung der Schweizerischen Post. Ein reibungsloser Betrieb setzt eine zuverlässige Stromversorgung voraus.
Die Post setzt bei der Verarbeitung der Pakete stark auf Automatisierung. Trotzdem wird an vielen Stellen auch Handarbeit geleistet, beispielsweise beim Be- und Entladen der Fahrzeuge.
Wenn die Pakete im Paketzentrum eintreffen, legen Postmitarbeiter sie als Erstes mit der Adresse nach oben auf ein Förderband. Ein Scanner liest den aufgeklebten Strichcode sowie die Adresse (unlesbare Adressen werden separat verarbeitet). Zudem wird das Paket automatisch gewogen und vermasst. Alle Daten werden im Zentralrechner mit dem Strichcode verknüpft, sodass es danach genügt, den Strichcode zu lesen, um zu wissen, wohin das Paket geschickt wird. Zudem kann der Kunde zu jedem Zeitpunkt via Internet abfragen, wo sich seine Sendung befindet und ob der Empfänger sie bekommen hat (www.post.ch/trackandtrace).
Anschliessend folgt die Vorsortierung: An einer Kreuzweiche werden die für ein anderes Paketzentrum bestimmten Sendungen aussortiert und in Wechselbehälter geladen, die per Bahn in das zuständige Paketzentrum fahren. Die anderen Pakete gelangen in die Hauptsortierung.
Auf Kippschalen fahren die Pakete weiter. Grosse Pakete werden auf zwei Kippschalen befördert. Der Zieldatenserver bestimmt, wo jedes Paket ausgekippt wird. Über eine Rutsche landet es bei den anderen Sendungen desselben Zielgebiets und wird von Hand in die jeweilige Rollbox gepackt. Zum Weitertransport gelangen die Rollboxen anschliessend in Wechselbehälter oder in Lastwagen.
Die Tagesleistungen variieren stark. Im Paketzentrum Härkingen beispielsweise werden pro Tag im Durchschnitt 235 000 Pakete verarbeitet. In Spitzenzeiten – so vor Weihnachten – sind es 400 000, der Tagesrekord liegt bei 1,3 Mio. Paketen.

Vorsortierung durch die Kreuzweiche
Im Paketzentrum kommen die Pakete mit einer Geschwindigkeit von 6 Kilometern pro Stunde auf einem Förderband daher. Dank seinem Strichcode ist jedes Paket identifizierbar. Aufgrund der mit dem Strichcode verknüpften Adresse entscheidet der Rechner, ob es bei der Weiche nach links oder nach rechts zu leiten ist, und dreht die kreisförmigen Scheiben mit den Förderrollen blitzschnell in die richtige Richtung. Auf der einen Seite geht es weiter in ein anderes Paketzentrum, auf der anderen Seite in die Hauptsortierung.

Distributionsbasis
Paketzentrum
Doppelstock-Sattelschlepper
Herz der Paketverarbeitung
Kreuzweiche