Minergie-Standard im Dienstleistungszentrum im Detail

Den Minergie-Standard gibt es nicht nur für Wohnbauten, sondern auch für alle andern Gebäudekategorien. Dieses Schaubild zeigt beispielhaft, wie in Büro- und Verkaufsgebäuden der Minergie-Standard erreicht werden kann. Bei Bürogebäuden wird zusätzlich zu den Anforderungen, wie sie für Wohnbauten bestehen, auch der Stromverbrauch für die Beleuchtung begrenzt. Bei Verkaufsgebäuden ist zudem vorgeschrieben, dass bei Kälteanlagen mit einer Leistung von über 10 kW die Abwärme genutzt wird. Dies ist deshalb sinnvoll, weil in Verkaufsräumen mit Food-Angebot rund 60 Prozent des Stromverbrauchs auf die gewerbliche Kälte entfallen.

Gebäudehülle

Die Gebäudehülle (1) muss so beschaffenen sein, dass in neuen Gebäuden der Heizenergiebedarf höchstens 80 % des Grenzwertes der SIA-Norm 380/1 für Neubauten beträgt (SIA ist der führende Branchenverband für Ingenieure und Architekten und gibt Normen für die Baubranche heraus). Dies entspricht etwa einer Wärmedämmung von 15 bis 20 cm und dreifacher Fensterverglasung. Ein gewisses Speichervermögen der Bausubstanz und eine Beschattung (2) gegen den Wärmeeintrag im Sommer tragen ebenfalls zu einem tiefen Energieverbrauch und einem behaglichen Raumklima bei.

Mechanische Lufterneuerung

Bei einer dichten Gebäudehülle ist eine Lüftungsanlage (3) aus Komfortgründen zwingend notwendig. Wenn schon mechanisch gelüftet werden muss, drängt sich eine Wärmerückgewinnung auf. Bevor die Abluft (7) das Gebäude verlässt, wird ihr in einem Plattenwärmetauscher (3a) Wärme entzogen und damit die Zuluft (6) erwärmt.

Beleuchtung

Die Beleuchtung muss der SIA-Norm 380/4 entsprechen. In Bürogebäuden (18) wird dies durch eine gute Ausnützung des Tageslichts, durch effiziente Leuchtmittel und bedarfsabhängiger Beleuchtungssteuerung erreicht; in Verkaufsräumen (17) mit vermehrtem Einsatz von Leuchtstofflampen anstelle von Spotlampen.

Gewerbliche Kälte

Die Kälteanlage (12) entzieht den Tiefkühlvitrinen (10) und den Kühlmöbeln (9) Wärme. Die Wärme wird auf eine Wärmepumpe (12) übertragen, welche die Temperatur auf bis zu 60 °C erhöht. Über einen Speicher (14) wird die Wärme für die Heizung - via den Lufterhitzer (3a) - und die Warmwasseraufbereitung genutzt. An kalten Tagen liefert ein kleiner Heizkessel (15) die fehlende Wärme. Wenn nicht geheizt werden muss, wird die Wärme der Kälteanlagen über den Kondensator (16) auf dem Dach abgeführt. Der Kaltluftsee, der sich zwischen der Wand und den Kühlmöbeln bildet, wird im Sommer über eine Absaugvorrichtung (8) auf die Zuluft übertragen. Damit kann der Raum gekühlt werden. Energiesparende Kühlmöbel und Tiefkühlvitrinen mit Glasabdeckungen tragen ebenfalls zu einem geringen Energieverbrauch bei.

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